Wofür steht eine monarchistische Partei?

Sie steht für die Erneuerung von Tradition, der Rücksicht und der Stabilität unseres Landes.

Warum sind wir der Meinung, dass dafür eine Monarchie besser geeignet ist als eine Republik?

Haben Sie jemals über das Ausmaß an Rechten und Privilegien nachgedacht, welches unsere Abgeordneten und Senatoren genießen? Über ihre lebenslange Immunität wie auch über die Möglichkeit, alles Mögliche zu Recht zu erklären, unter der Voraussetzung, dass es eine Mehrheit im jeweiligen Gremium bekommt, selbst wenn die Mehrheit der Staatsbürger, die sich dagegen nicht wehren kann, damit nicht einverstanden sei? Solcherart unbeschränkte Macht bzw. Privilegien besaßen selbst einst die Fürsten oder Grafen nicht. Diese konnten ihre Freiheit, ihre Güter und sogar ihr Leben verlieren, wenn sie ihren Eid oder ihre Pflichten nicht erfüllten. Selbst der König verfügte nie über eine derart uneingeschränkte Macht, willkürlich Gesetze ändern zu können. Setzte er sich mit der bewährten Ordnung und den Freiheiten seiner Untertanen auseinander, musste er mit Widerstand bzw. einem Aufstand rechnen, und das Risiko in Kauf zu nehmen, gestürzt zu werden. Die Gesetze und die Ordnung wurden nicht in Hinsicht auf möglichst schnellen Wohlstand geschlossen, sondern es handelte sich um ein bewährtes System von Regeln, die jahrzehnte- und jahrhundertelang für die Stabilität der Rechtsordnung sorgten. Mittels der Erfahrung, was allgemein als richtig und für das Gewissen als verbindlich empfunden wurde, trug diese Stabilität zum Wohlstand bei. Die Gesetze entwickelten sich, basierend auf neuen Erfahrungen, mit der Zeit, so wie sich auch die Gesellschaft weiterentwickelte.

Frage: Ist Ihnen der Mann auf dem Bild bekannt?

karel iAntwort: Dieser Mann hieß Karl III. als König von Böhmen bzw. Karl I. als Kaiser von Österreich, König von Ungarn, Kroatien, Illyrien und Galizien. Seine Regierungszeit dauerte keine zwei Jahre (1916-18), trotzdem handelte es sich bei ihm um eine selten gewordene Herrscherfigur.

Karl, der Kaiser und König, war ein direkter Nachkomme der heiligen Ludmilla von Böhmen und aller früheren Könige von Böhmen – der Přemysliden, Luxemburger, Jagiellonen und des Georg von Podiebrad. Gleichzeitig war er ein guter Ehemann und Familienvater, stets bemühte er sich, ein ebenso guter Vater seiner Völker zu sein.

Als Heerführer sorgte er im 1. Weltkrieg immer dafür, dass die Zivilbevölkerung vom Kriegsgeschehen möglichst wenig betroffen wird, dass die Verluste an Leben möglichst gering bleiben, nicht nur bei den eigenen Leuten, sondern auch beim Feind. Unter den zeitgenössischen Generälen war er eine Ausnahme, weil seine Befehle nicht nur auf rein militärischer Zweckmäßigkeit beruhten, sondern er ließ sich dabei vor allem von den Prinzipien der christlichen Moral leiten. Und trotzdem war er als Heerführer erfolgreich.

Als Politiker setzte er sich mit seinem Regierungsantritt im Dezember 1916 das Ziel, den Krieg zu beenden und strebte nach einem ehrenhaften Friedensschluss, was ihm aber leider misslang. Er legte großen Wert auf gute Lebensbedingungen der einfachen Menschen und bemühte sich, sie auch während besonders schwieriger Kriegsvorkommnisse zu verbessern, trotz des herrschenden generellen Mangels an allem, Lebensmittel nicht ausgenommen. Er führte die Verhandlungsregeln zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Arbeitsbedingungen und Löhne betreffend ein, die als eine Art Vorläufer der modernen Tarifverhandlungen verstanden werden können. Außerdem hatte er die weltweit erste funktionsfähige und durch den Staat garantierte Gesundheits-, Kranken- und Rentenversicherung sowie eine allgemeingültige medizinische Pflege eingeführt.

Für die Umsetzung seines Vorhabens, die Habsburgermonarchie in einen Verband gleichberechtigter Staaten mit gemeinsamem Herrscher, gemeinsamer Währung und Wirtschaftsraum, wie auch Außenpolitik und Armee, war jedoch seine Regierungszeit zu kurz. Dieser, wegen des Kriegsgeschehens, immer wieder verlegte Akt entstand erst am 16. Oktober 1918 und seine Umsetzung misslang – eher wegen der Entscheidung der Siegermächte als wegen des Widerstands der betroffenen Völker.

Abgesehen von diesen allgemeinpolitischen Reformbestrebungen gibt es auch nationale Gründe, um Kaiser Karl zu erwähnen. Er lehnte es ab ein Gesetz zu verabschieden, das den Deutschen in Böhmen und Mähren eine Überlegenheit verschaffen hätte und die tschechische Sprache als zweitrangig herabgestuft hätte. Er lehnte es ab, die bisherige Territorialgliederung der böhmischen Länder in tschechische, tschechisch-deutsche und deutsche Bezirke in der Hinsicht zu ändern, dass künftig nur die deutschen und tschechisch-deutschen Bezirke erhalten bleiben sollten, mit Bevorzugung der deutschen Sprache in beiden Arten, ungeachtet des Verhältnisses der dort lebenden Tschechen zu den Deutschen. Er erließ eine Amnestie und setzte die zum Tode verurteilten tschechischen Politiker - Dr. Kramář, Dr. Rašín u. a. frei. Durch sein Völkermanifest vom 17. Oktober 1918, das er am Vortag unterzeichnet hatte, stellte er den Staat der Tschechen als einen gleichberechtigten Teil der Monarchie dar, wie auch die anderen Nationen der österreichischen Reichshälfte. Die Ausrufung des Tschechoslowakischen Staates war tatsächlich jedoch nur ein Zufügen der Slowakei zu dem bereits wieder errichteten tschechischen Staat, was sich jedoch im historischen Kontext nicht als besonders glückliche Lösung erweisen sollte.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde der frühere Kaiser und König Karl zum Verbannten, ohne Eigentum und Mittel zur Ernährung seiner großen Familie (Karl und Zita hatten damals bereits sieben Kinder und Zita war erneut schwanger). Trotzdem missbrauchte Kaiser Karl seine frühere Stellung keinesfalls dazu, um Staatsgelder auf private ausländische Konten zu überweisen. Deshalb hatte er im Exil nicht genügend finanzielle Mittel, da ihm die Nachfolgerstaaten zwar alle Güter beschlagnahmt hatten, ohne ihm dafür aber eine Rente zu gewähren. Wegen dieser schwierigen Verhältnisse verschob der an einer Lungenentzündung erkrankte Kaiser und König Karl immer wieder die ärztliche Behandlung und erlag schließlich am 1. April 1922 in seinem Exil auf der Insel Madeira im Alter von 34 Jahren dieser Krankheit.

Trotzdem war er gegenüber seinen Völkern nicht verbittert, im Gegenteil, noch auf dem Sterbebett sagte er: „Ich muss so viel leiden, damit meine Völker wieder zusammenfinden.“ Es lagen ihm dabei insbesondere die Tschechen am Herzen, und ähnlich wie einst der st. Wenzel zu seinem Brudermörder Boleslav sagte: „Gott möge dir das vergeben, Bruder.“, betete Kaiser und König Karl auf dem Sterbebett für das tschechische Volk.

1919 schrieb der französische Schriftsteller Anatole France über Kaiser Karl: „Kaiser Karl war der einzige anständige Mensch, der in diesem Krieg auf einem führenden Posten aufgetaucht ist. Nur leider schenkte man ihm kein Gehör. So wurde eine einmalige Gelegenheit verscherzt.“ 2004 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass die gegenwärtige Europäische Union genau wegen jener Grundsätze entstanden ist, die unser Kaiser und König Karl für das Zusammenleben der Nationen in der reformierten Monarchie bestimmt hatte. Somit bekennt sich die Böhmische Krone, eine monarchistische Partei Böhmens, Mährens und Schlesiens zu dem Vermächtnis des Kaisers und Königs Karl. Wir streben dabei aber nicht eine Neubildung Österreich-Ungarns an, sondern es geht uns vielmehr um eine Erneuerung des Königreichs Böhmen. Wir lehnen die EU als solche nicht ab, wenn diese mehr von dem Willen der Völker und Mitgliedstaaten ausginge, als von den Entscheidungen der europäischen Bürokratie und der Zentralbehörden.

Wir wollen einen Staat haben, der das Recht auf Eigentum, seine Nutzung und einen angemessenen Gewinn, genauso wie das Recht auf einen gerechten Lohn und Fürsorge in Krankheit und Alter garantiert. Wir halten uns an die Worte des hl. Paulus: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ Wir kennen alternative Lösungen zur Effizienzerhöhung der Gesundheits- und Krankenversicherung, wie z. B. Boni bei Nichterschöpfung der Mittel wie es z. B. bei einer Unfallversicherung möglich ist.

Wie wollen wir das erzielen?

Wir gehen von der Notwendigkeit aus, dass die Gesetze zuerst mit jenen diskutiert werden sollten, die sich später danach richten müssen. Praktisch würde das heißen, die Kompetenzen der Organe der Selbstverwaltung auf sämtliche Bereiche des Lebens zu erweitern. Also nicht nur den Gemeinden und Ländern, sondern auch den fachorientierten Kammern und Gewerkschaften sollte es möglich sein, ihre eigenen Angelegenheiten autonom zu lösen. Daraus ergibt sich eine notwendige Senatsreform - der künftige Senat würde aus Vertretern der Selbstverwaltung – Länder oder Regionen, Fachkammern, Gewerkschaftsbünden, Hochschulen, Kirchen sowie des im Lande niedergelassenen und vom Herrscher ernannten historischen Adels zusammengesetzt sein. Ob auf begrenzte Zeit oder lebenslang hängt lediglich von Ihrer Entscheidung ab, vom Willen der Bürger. Der Senat würde die Gesetze und Verfügungen so gestalten, dass die Vertreter der einzelnen dadurch betroffenen sozialen Gruppen nach der besten und allgemein akzeptablen Lösung suchen könnten. Er würde an das Abgeordnetenhaus verbindliche Empfehlungen weitergeben, die von diesem entweder gebilligt werden müssten, oder, im Fall einer Ablehnung, bliebe der bisherige Zustand erhalten.

Kaiser und König Karl sagte kurz vor seinem Rücktritt von den Regierungsgeschäften: „Die Republik ist zwar eine gute Sache, aber die politischen Parteien werden immer zuerst ihre eigenen Interessen verteidigen und wer steht dann für die Interessen des Staates als Ganzes?“ Die Erfahrung aus der Geschichte lehrt uns, dass eine Machtbeschränkung der gewählten Volksvertreter mittels einer von ihnen unabhängigen Macht, die vererbbar mit dem Staat verbunden ist und über dem Schicksal des Staates auch ihr eigenes Schicksal darstellt, sowohl für das Land, wie auch für seine Bevölkerung, eindeutig nützlich ist.

Abschließend werden Sie uns wohl die Frage stellen: Und wen würden Sie sich demnach als König von Böhmen wünschen?

Die Kontinuität wird durch das dynastische Prinzip gewährleistet, welches besagt, dass die Macht im Rahmen der Herrscherfamilie vererbt wird. Demnach stellt eine eventuelle Besetzung des böhmischen Throns nach den historischen Gegebenheiten kein Problem dar. Nach den ausschlaggebenden Akten des Nachfolgerechts, wie zum Beispiel der Goldenen Bulle von Sizilien, der Bulle von Karl IV. oder der Pragmatischen Sanktion, hat die Dynastie von Habsburg-Lothringen einen eindeutig berechtigten Anspruch auf den böhmischen Thron, weil ihre Angehörigen die wahren Nachkommen und deswegen auch die Erben der Přemysliden, Luxemburgern und Jagiellonen sind. Abgesehen vom bestehenden Erbrecht auf den böhmischen Thron empfinden wir es als eine gute Entscheidung die Böhmischen Kronländer den Nachkommen jener Dynastie anzuvertrauen, die unser Land vor der preußischen Aggression und vor der nachfolgenden Germanisierung zu verteidigen wusste, wie sie auch gleichfalls die Wiedergeburt unserer Nation und deren wirtschaftlichen sowie kulturellen Aufschwung ermöglichte. Es wäre ebenso gerecht, die Krone dem Nachkommen des letzten Königs von Böhmen anzuvertrauen, dem selig gesprochenen Karl I., der für unser Land, unser Volk und ferner für alle seine Völker so viel Gutes getan hat, und trotzdem völlig mittellos vertrieben wurde. Selbstverständlich müsste der zukünftige Thronfolger die tschechische Sprache beherrschen und eine gute Beziehung zu unserem Volk, unserem Land, zu unserer Kultur und Geschichte haben. Der Vertreter der Dynastie, der zur Übernahme der königlichen Regierung eingeladen werden sollte, ist gegenwärtig der Enkel Karls I., Erzherzog Karl (geb. 1961).

J. Pejřimovský

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